Pädagogischer Tag am Störck-Gymnasium: Professor Hallet referiert über Individualisierung im Normalunterricht

Geschrieben von Johannes Koch am .

Nicht erst die Pandemie hat verdeutlicht, dass Lerngruppen immer heterogener werden. Dies stellt die Pädagogik wie die Fachdidaktik und letztlich die Bildungslandschaft selbst vor enorme Herausforderungen. Wie kann vor diesem Hintergrund Unterricht so konzipiert sein, dass er dem einzelnen Schüler besser gerecht wird? Dieser Thematik stellte sich der Pädagogische Tag des Störck-Gymnasiums vergangene Woche in der Stadthalle. In seinem Impulsvortrag präsentierte Professor Dr. Wolfgang Hallet von der Universität Gießen mit dem Konzept der komplexen Kompetenzaufgabe eine Möglichkeit, den Schülern individuelles Lernen im Normalunterricht zu ermöglichen. Seit Jahren forscht der Anglist bereits zu diesem Aufgabentyp. Letztlich gehe es darum, den Schülern eine komplexe Aufgabe zu stellen, die sie anhand des gegebenen Materials selbständig und ganz individuell lösen sollen. Wichtig sei hierbei, dass die Lernenden selbst Strategien entwickeln. „Das Ziel ist bei allen ähnlich, jedoch ist der Weg dorthin sehr individuell“, so Hallet. Dies erfordert ein hohes Maß an Vorbereitung, weshalb er ein gemeinsames Vorbereiten des Unterrichts durch mehrere Lehrkräfte vorschlage. Ein zentrales Element der Abstimmung sei die Festlegung, welcher Art das Ergebnis sein solle, also welches Genre ganz am Ende des Bearbeitungsprozesses stehe. „Man kann sich hier von Videoclips über Modelle bis hin zu Podcast Beiträgen vieles vorstellen“, so Hallet. Während seiner Forschungsprojekte habe sich immer wieder gezeigt, „dass manche Schüler*innen mit erstaunlichem Elan bei der Sache“ seien und immer wieder „sehr kreative Ergebnisse“ produzierten, vor allem dann, wenn ein starker Bezug der Aufgabenstellung zur Lebenswelt der Lernenden bestehe. Mit einigen Beispielaufgaben aus unterschiedlichen Fachbereichen schloss Hallet seinen Vortrag und stellte sich den zahlreichen Fragen von Lehrern und Schülern. „Wenn man Ihren Vortrag ernst nimmt, hat die Bildungspolitik eigentlich die letzten Jahre eher verschlafen, oder?“, wollte Jan, ein Schüler aus der Jahrgangsstufe 2, wissen. In seiner Antwort sprach Hallet davon, wie verschiedene Erkenntnisse zum Kompetenzen lernen schon lange bekannt seien. „Aber das System ist an manchen Stellen einfach sehr träge“. Auch die Passung zwischen neuen Aufgabenformaten und den Prüfungsleistungen, die am Ende im Abitur geprüft werden, stimme oftmals nicht. Auf diesen Umstand wies ein Lehrer hin und Hallet stimmte ihm zu. Im Anschluss an den Vortrag und die Fragerunde arbeiteten das Lehrerkollegium sowie die anwesenden Klassensprecher aller Klassen gemeinsam am Thema Individualisierung im Normalunterricht weiter, bevor in einer Austauschrunde zwischen Schülern und Lehrern noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse des Tages beleuchtet wurden. Hier wurde sehr angeregt diskutiert. „Ich fand es gut, dass wir mit den Lehrern einmal richtig ins Gespräch kommen konnten“, resümierte Evalisa aus der Jahrgangsstufe 1 am Ende.

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