Von den Bergen in den Rollstuhl und zurück

Geschrieben von Johannes Koch am .

Motivationstrainer Felix Brunner spricht über kleine Schritte zu großen Zielen

Das war kein Montagmorgen wie jeder andere am Störck-Gymnasium. Schüler, Lehrer und einige Eltern hatten sich in der Stadthalle eingefunden, um einen Vortrag von Motivationsexperte Felix Brunner zu hören. Der 29-jährige, der vor knapp zehn Jahren einen tragischen Bergunfall hatte, gab Einblicke in sein Leben mit und ohne Rollstuhl. „Ich war eigentlich ein guter Schüler, in der Grundschule sogar ein sehr guter“, begann Brunner. „Aber als die Pubertät einsetzte, da ging es mit den Noten bergab und ich habe die 8. Klasse nicht geschafft“. Nachdem ihm doch noch ein Schulabschluss gelungen war, habe er zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht, weil er „Menschen helfen“ und gleichzeitig seine „Leidenschaft für die Berge zum Beruf machen wollte“. Im Jahr 2009 kam dann der Tag, der alles veränderte. „Ich war mit zwei Bekannten beim Klettern in den Bergen gewesen. Der schwierige Teil war vorbei und es ging an den Abstieg“. Er sei „für einen Moment unkonzentriert gewesen“, als er abrutschte und dreißig Meter tief in ein Flussbett fiel. „Ich habe noch versucht, eine kompakte Körperhaltung einzunehmen, um Schlimmeres zu verhindern, aber als ich unten zu mir kam, merkte ich, dass es mir von innen heraus warm wurde, ein sicheres Zeichen für starke innere Blutungen“. Man habe ihn sofort mit dem Helikopter in ein Krankenhaus gebracht, wo er mehrere Monate im künstlichen Koma lag. „Ich hatte 65 Operationen, insgesamt 800 Bluttransfusionen“, sagte er und erzählte, dass „nichts mehr war wie vor dem Unfall“. Die alltäglichsten Vorgänge waren plötzlich nicht mehr selbstverständlich. „Ich konnte mir nicht einmal mehr alleine die Zähne putzen – versucht mal, eurem besten Freund oder eurer besten Freundin die Zähne zu putzen, da merkt ihr, wie schlecht das nur geht“, sagte Brunner. Allerdings habe er „von Anfang an den starken Wunsch, den Drang gehabt, wieder ins Leben zurückzufinden“. Es sei wichtig, sich immer wieder Ziele zu stecken. „Klar gab es auch Rückschläge, aber gerade in schweren Momenten entscheidet vor allem unsere innere Einstellung zwischen Scheitern und Chance“. Der Schlüssel zur Motivation liege in jedem selbst. „Wenn ihr es wie der Miesepeter macht, der zu allem eine negative Einstellung hat, werdet ihr nicht glücklich“. Wenn man allerdings klare Ziele und ein gutes Team habe, sei vieles möglich. „Ich habe als erster Rollstuhlfahrer die Alpen überquert und dabei 12000 Höhenmeter, also praktisch knapp anderthalb mal den Mount Everest gemeistert“, sagte Brunner nicht ohne Stolz. „Und mit meinem Sitz-Ski bin ich heute teilweise schneller als früher auf normalen Skiern“, fügte er schmunzelnd an und spielte einen Videoclip ein, der ihn beim begeisterten Skifahren zeigte.
Nach dem Vortrag, der finanziell von der Allgäuer Elobau Stiftung gefördert wurde, konnten die Schüler Fragen an den Referenten stellen. Bereitwillig stand Felix Brunner Rede und Antwort zu Themen rund um seine Zeit im Krankenhaus und seinen Alltag als Rollstuhlfahrer. „Was ich vor allem gelernt habe, ist dankbar zu sein – das Leben ist schön, und so sollten wir es auch leben“, schloss er.

Bildungspartnerschaften

  • Junges Kunsthaus
  • Knoll
  • Kliniken Sigmaringen2
  • Bestattungen Friedmann
  • Sessler
  • DRK
  • ALBA
  • Volksbank Bad Saulgau
  • Sparkasse Bad Saulgau
  • Quadflieg Rechtsanwaelte
  • Ludwig Boll
  • Klinik am Moos
  • Stadler Treppen
  • Kleber Post
  • Claas
  • Reisch